3D-Druck in der Industrie

24. Münchner Management Kolloquium

Müssen Unternehmen sich neu erfinden?

0854965-attachmentZwischen dem 14. und 15. März 2017 werden im Rahmen des 24. Münchner Management Kolloquiums 80 renommierte Führungskräfte zum Thema „Neue Geschäftsfelder, Geschäftsmodelle, Technologien: Müssen Unternehmen sich neu erfinden? Rede und Antwort stehen.

Es referieren unter anderem:

  • Andrew Anderson, COO, Airbus Group SE
  • Reiner Winkler, Vorsitzender des Vorstands, MTU Aero Engines AG
  • Hans J. Steininger, Vorstandsvorsitzender, MT Aerospace AG
  • Hans J. Langer, Vorsitzender der Geschäftsführung, EOS GmbH

Mit rund 110.000 Mitarbeitern und damit jedem achten Arbeitsplatz in Deutschland, einem Jahresumsatz von rund 35 Milliarden Euro, ca. vier Milliarden Euro Forschungs – und Entwicklungsausgaben und einem mittelfristigen Bedarf von 30.000 Groß­raum­flug­zeu­gen verfolgt die Luft- und Raumfahrtindustrie die Vision des Fliegens ohne Auswirkungen auf die Umwelt.

Um diese Vision mittelfristig Realität werden zu lassen, arbeitet die Industrie an einer Reihe von technologischen Fragestellungen. So setzt Airbus in der A320neo einen von P&W entwickelten Getriebefan ein, um bei der jeweils optimalen Drehzahl von Fan und Niederdruckturbine die Verbräuche und den Geräuschpegel zu reduzieren. Dies stellt einen Ansatz zur Steigerung und Effizienz von bestehenden Antriebskonzepten dar. Neben der Verbesserung bestehender Antriebskonzepte wird die Entwicklung al­ter­na­ti­ver E-Antriebe verfolgt. Erste Erfolge mit dieser disruptiven Entwicklung wurden bereits mit dem Modell „E-Fan“ realisiert. Die großen Herausforderungen bei Gewicht und Leistungsdichte der Batterien müssen erfolgreich bewältigt werden, dann bietet diese Technologie großes Potential. Um die Produkte der Branche effizienter zu gestalten, wird darüber hinaus der Einsatz von neuen Materialien und dem 3D Druck viel diskutiert. Im Bereich der Werkstoffe sind neben dem Einsatz von CFK-Sandwich-Bauteilen auch die Anbindungen von Metall an andere Oberflächen aktuelle He­raus­for­de­rung­en.

Durch den Einsatz von 3D-Drucken können neben einem schnelleren Prototypenbau auch effiziente Leichtbaustrukturen mit Ge­wichts­re­duk­tio­nen von bis zu 30% zum konventionellen Bauteil in Serie produziert werden ohne das hohe In­ves­ti­tio­nen in individuelle Werkzeugformen nötig sind. Neben der Steigerung der Effizienz ist die Diversifizierung des Gesamtproduktportfolios eine weitere aktuelle He­raus­for­de­rung. Durch eine Systemstrategie, wie sie aus der Automobilindustrie bekannt ist, lassen sich durch Senkung der Teilevielfalt, die Reduktion der Lie­fe­ran­ten­an­zahl sowie der Produkt- und Prozesskomplexität in der Koordination hohe Kosten einsparen. Bei Airbus zeigen sich erste Ansätze in den Fa­mil­ien­kon­zep­ten der Flugzeuge A319, A320 und A321, welche bis auf die Rumpflänge und Tür­kon­fi­gu­ra­tio­nen zu einem hohen Bauteilanteil identisch sind. Um das Produktportfolio be­herrsch­bar zu machen, werden die Anwendungen von Digitalisierung, wie der Einsatz von RFID Chips in der Fertigung, seit Jahrzehnten genutzt.

Die Mensch-Roboter-Kombination steht allerdings erst am Beginn. So werden Schweißnähte an den Triebwerkspylonen für A330neo, A350XWB und A380 durch Roboter gesetzt. Weiterhin werden seit längerem Rumpfnähte der A320-Familie Nietroboter genutzt. Luftfahrtexperten sehen großes Potential für zusätzliche Einsatzgebiete in der Fertigung und angrenzende Funktionsbereiche. Außerdem müssen neue Ge­schäfts­mo­del­le entwickelt werden. So gibt es bereits Ansätze wie beispielweise die flugstundenbasierten Wartungspakete (Power-by-the-hour), das Leasing von Flugzeugen sowie die herstellerorientierte Instandhaltung von Triebwerken inklusive Erfassung und Auswertung in Echtzeit.

Im Bereich der kommerziellen Raumfahrt müssen Fragen rund um konkurrierende Konzepte geklärt werden. Es drängen neue Wettbewerber wie SpaceX mit einem Konzept eines wiederverwertbaren Trägersystems auf den Markt und setzen damit die etablierten Trägersysteme, wie die Ariane, unter Druck. Hier werden Fragen wie die Kosten pro Frachttonne, die maximale Trägerkapazität und die Marktsegmentierung entscheidend sein, um sich gegen den steigenden Wettbewerb zu rüsten.

Das Münchner Management Kolloquium bietet im März 2017 die Gelegenheit, von den Leitfiguren der Branche, Lösungen zu lernen und durch die dargelegten Ver­än­de­rungs­pro­zes­se und den damit einhergehenden Innovationen einen entscheidenden Beitrag für den Wirtschaftsstandort Deutschland zu leisten. Die anwesenden Un­ter­neh­mens­ver­tre­ter stellen sich die Frage, welche Geschäftsfelder, Geschäftsmodelle und Technologien entscheidend sind, um den Standort Deutschland langfristig wettbewerbsfähig zu halten.

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