3D-Druck in der Industrie

Thomas Pazulla macht es vor

Kleinunternehmen 3D-druckt 40.000 Teile in Serie für die Automobilbranche

Der selbstständige Dienstleister Thomas Pazulla beschäftigt sich seit 2013 mit 3D-Druck und als er das erste Mal German RepRap in Feldkirchen besuchte, hat er sich aus Überzeugung einen German RepRap X400 gekauft. Mittlerweile arbeitet er mit fünf X400 und vier X350 3D-Druckern. Kürzlich fertigte er mit den Geräten 40.000 Teile für einen Automobilhersteller.

 

Serienproduktion

Für das Kleinunternehmen war diese Anzahl an zu produzierenden Teilen eine Premiere. Der eigentliche Zulieferer war kurzfristig ausgefallen, eine Werkzeugänderung, um die entsprechenden Teile produzieren zu können war aus Zeitgründen nicht mehr möglich und so musste improvisiert werden. Da man bereits vorab den Kontakt mit Pazulla hatte, entschied man sich auch hier auf Additive Fertigung mit Hilfe der German RepRap 3D-Drucker zu setzen. So konnte man ad hoc auf diese Herausforderung reagieren und die entsprechenden Teile ganz einfach 3D-drucken. Und das auch noch mit dem großen Vorteil des günstigen Preises. Pazulla musste lachend feststellen:

„Bei diesem Kunden musste es plötzlich sehr schnell gehen: es hieß 40.000 Teile zu produzieren und das innerhalb kürzester Zeit. Das ist dann doch schon eine andere Größenordnung.“

 

Acht 3D-Drucker liefen an 7 Tagen der Woche

Täglich hieß es nun eine Anzahl von 500 Teilen zu fertigen; innerhalb von vier Monaten entsprach das 40.000 Teilen.

Acht der 3D-Drucker liefen quasi rund um die Uhr an 7 Tagen der Woche um diesen Auftrag zu bearbeiten. 16 Teile benötigten eine Produktionszeit von etwa 8 Stunden. Jede der acht Maschinen druckte jeweils 16 dieser Teile gleichzeitig. Nach 8 Stunden waren also acht 3D-Drucker fertig und lieferten somit 128 Teile. Nach einer 24-Stunden-Schicht waren das dann also 384 Teile. Teils lief auch der neunte 3D-Drucker noch mit, zum Beispiel am Wochenende, produzierte das Unternehmen vor, um täglich auf die 500 Teile zu kommen. Das Endprodukt ist ein Einklebeteil in der Türverkleidung eines PKW.

 

ABS als Produktionsmaterial

Als Material wurde das ABS Filament von German RepRap verwendet. Die Materialwahl wurde vom Auftraggeber vorgegeben, da das ABS die entsprechenden technischen Eigenschaften liefert. Dazu gehört beispielsweise die Beständigkeit gegen wässrige Säuren, Laugen oder konzentrierte Salz- und  Phosphorsäure. ABS hat eine Dauergebrauchstemperatur zwischen – 30 und +85 °C und entzündet sich erst bei einer Temperatur von ca. 400 °C.

 

Die Vorteile des 3D-Drucks in der Produktion

Thomas Pazulla ist sich sicher, dass die Vorteile beim 3D-Druck nicht von der Hand zu weisen seien– die Kunden haben einfach viel schneller die ersten Prototypen beziehungsweise Handmuster in der Hand. Vor allem die Kunden in der Automobilindustrie legen Wert auf Schnelligkeit. Dort sei es wichtig, dass möglichst schnell die ersten Muster geliefert werden können. Dies müsse dann meist innerhalb von wenigen Tagen oder sogar Stunden passieren. Aufgrund der hohen Prozessstabilität und des Industriestandards würden sich die German RepRap 3D-Drucker auch für Serienproduktion von Kunststoffbauteilen eignen. So Pazulla:

„Dadurch erschließen sich mir völlig neue Anwendungsfelder, die bisher nur mittels Spritzguss abgebildet werden konnten. Dieser Trend wird seitens German RepRap mit einer konsequenten Material- und Anlagenentwicklung weiter gefördert. Ich rechne mit einem starken Anstieg von Aufträgen, die die Fertigung von kleinen oder mittleren Losgrößen von FDM-Teilen beinhalten.“

 

Die künftige Produktion

Der Markt ist immens gewachsen und bald soll zu der German RepRap Familie noch ein X1000 für größere Industrieteile hinzukommen. Dem Unternehmen ist es wichtig mit der Zeit zu gehen und auch die neuen Technologien zu kennen. Daher wird Thomas Pazulla auch die neue Möglichkeit Flüssigkeiten additiv zu fertigen mit in sein Portfolio aufnehmen sobald diese auf dem Markt ist. Pazulla:

„Die LAM-Technologie (Liquid Additive Manufacturing) ist eine absolute Weltneuheit und kommt vor allem auch in der Automobilbranche zum Einsatz. Viele meiner Kunden sind schon jetzt begeistert, denn diese Maschine macht es möglich beispielsweise auch Silikone mit dem 3D-Drucker zu verarbeiten.“

 

Zur Homepage von German RepRap


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