3D-Drucker sind heute leistungsfähiger, günstiger und einfacher geworden als je zuvor. Was früher eher nach Industrie, Prototyping-Labor oder Nerd-Nische klang, steht inzwischen in Hobbykellern, Arbeitszimmern, Schulen oder kleinen Designstudios. Vor allem FDM-/FFF-Drucker mit PLA oder ABS haben den Einstieg massiv vereinfacht. Gleichzeitig wird ein Thema oft ausgeblendet: die Luftqualität. Denn auch wenn ein Desktop-3D-Drucker harmlos wirkt, entstehen beim Drucken messbare Emissionen. Besonders bei höheren Temperaturen und Materialien wie ABS, ASA oder Nylon werden flüchtige organische Verbindungen (VOCs) sowie ultrafeine Partikel freigesetzt. Studien zeigen, dass diese Partikel teilweise nur 10 bis 100 Nanometer groß sind.
Interessant dabei: Selbst PLA, das viele als vergleichsweise „unkritisch“ wahrnehmen, erzeugt messbare Emissionen. Nur weil etwas kaum riecht, bedeutet das also nicht automatisch, dass nichts in der Luft landet.
Der 3D-Druck wird erwachsen
Lange Zeit war das Thema Filterung eher etwas für Industrieanlagen oder große Druckfarmen. Doch mit der zunehmenden Verbreitung von Desktop-3D-Druck verändert sich das langsam. Heute laufen in manchen Wohnungen mehrere Drucker gleichzeitig. Kleine Etsy-Shops produzieren rund um die Uhr. Maker-Spaces, Schulen und Studios setzen immer stärker auf additive Fertigung. Gleichzeitig steigen Druckgeschwindigkeit, Temperaturen und Materialvielfalt. Und genau dadurch wird das Thema Emissionen relevanter.
- Besonders wenn:
mehrere Drucker gleichzeitig laufen, - oft mit ABS, ASA oder Resin gearbeitet wird,
- der Drucker in kleinen Räumen steht,
- oder Kinder und Familie mit im Haushalt leben.
Auch Arbeitsschutzbehörden und Forschungseinrichtungen beschäftigen sich zunehmend mit dem Thema. In einem Whitepaper von BOFA/Donaldson wird etwa darauf hingewiesen, dass Nanopartikel aufgrund ihrer extrem kleinen Größe besonders tief in die Atemwege eindringen können.
Warum „einfach Fenster auf“ nicht immer die perfekte Lösung ist
Natürlich hilft Lüften. Viele Nutzer stellen ihren Drucker ans Fenster oder machen regelmäßig Stoßlüftung. Das ist sinnvoll – aber nicht immer optimal. Denn die Emissionen entstehen direkt an der Düse beziehungsweise im Druckraum. Genau dort sollten sie idealerweise auch erfasst werden. Industrieempfehlungen sprechen deshalb häufig von „Source Capture“ – also dem direkten Absaugen möglichst nah an der Entstehungsquelle.
Hinzu kommt: Starke Zugluft kann beim Drucken selbst wieder Probleme verursachen. Gerade bei ABS kennt fast jeder Warping oder Temperaturschwankungen durch Luftbewegungen.
Donaldson BOFA: Filterlösungen für Desktop-3D-Drucker
Auf genau dieses Thema spezialisiert hat sich Donaldson BOFA. Die Systeme richten sich
nicht nur an industrielle Nutzer, sondern teilweise auch an ambitionierte Hobbyanwender,
kleine Studios oder Maker-Spaces.
Die Geräte arbeiten meist mit mehreren Filterstufen:
- Vorfilter für gröbere Partikel,
- HEPA-Filter für ultrafeine Partikel,
- Aktivkohlefilter gegen Gerüche und VOCs.
Die Produktpalette reicht dabei von kompakten Einzelplatzlösungen bis hin zu größeren Anlagen für mehrere Drucker:
3D PrintPRO 2: Die kleinste Variante richtet sich an einzelne Desktop-Drucker und startet preislich bei etwa
600 bis 800 Euro – je nach Ausstattung. Damit bleibt das System zumindest theoretisch
auch für ambitionierte Hobbyanwender interessant.
3D PrintPRO 3: Eine stärkere freistehende Lösung für offene oder größere Drucker. Interessant vor allem für
Semi-Profis, kleine Studios oder Nutzer mit hoher Druckfrequenz. Preislich liegt das System
ungefähr zwischen 850 und 950 Euro. Optional gibt es Varianten mit automatischem
Fernstart über den Drucker selbst.
3D PrintPRO 4: Die größere Version für mehrere Drucker oder professionelle Umgebungen. Hier kommen
zusätzliche Funktionen wie VOC-Überwachung oder externe Statussignale hinzu. Je nach
Konfiguration bewegen sich die Preise ungefähr zwischen 2.000 und 2.800 Euro.
3D PrintPRO HT: Gedacht für Hochtemperaturdrucker und anspruchsvollere industrielle Anwendungen.
Preislich liegt dieses System bei rund 4.400 Euro.
Auch Ersatzfilter sind erhältlich. Je nach Modell reichen die Preise von etwa 30 Euro für Vorfilter bis mehrere hundert Euro für größere Kombinationsfilter.
Für wen lohnt sich so ein System überhaupt?
Nicht jeder 3D-Drucker-Nutzer braucht sofort eine professionelle Absaugung. Wer gelegentlich mit PLA druckt und einen gut belüfteten Raum hat, kommt oft bereits mit vernünftiger Lüftung und einem sinnvollen Standort aus. Interessanter wird das Thema bei Nutzern, die regelmäßig drucken oder mehrere Stunden
täglich laufen lassen. Vor allem dann, wenn:
- der Drucker im Arbeitszimmer steht,
- häufiger ABS, ASA oder Nylon verwendet wird,
- mehrere Drucker gleichzeitig laufen,
- oder Kundenaufträge produziert werden.
Typische Nutzer solcher Systeme sind:
- ambitionierte Hobbyanwender,
- Etsy- und Kleinserien-Verkäufer,
- Maker-Spaces,
- kleine Designstudios,
- Architektur- und Prototyping-Büros,
- Cosplay-Studios,
- Schulen und FabLabs.
Gerade in Bildungseinrichtungen wird das Thema zunehmend relevant, weil dort oft mehrere Personen gleichzeitig mit den Geräten arbeiten und Drucker teilweise stundenlang laufen.
Auch Resin-Drucker oder Hochtemperaturmaterialien spielen eine Rolle. Hier entstehen häufig stärkere Gerüche und höhere VOC-Belastungen, weshalb professionelle Filterung
deutlich sinnvoller wird.
Ein weiterer Trend sind kleine Desktop-Druckfarmen. Manche Nutzer betreiben inzwischen fünf, zehn oder mehr Drucker parallel. Spätestens dort wird Luftmanagement zu einem echten Infrastruktur-Thema — ähnlich wie Stromversorgung, Kühlung oder Brandschutz.
Wie effektiv ist das Ganze?
Spannend sind die Messungen, die Donaldson BOFA gemeinsam mit Cambustion durchgeführt hat. Dabei wurden PLA- und ABS-Drucke analysiert und die Partikelkonzentration vor und nach dem Filtersystem gemessen.
Die Ergebnisse fallen ziemlich deutlich aus:
- PLA-Partikel wurden zu durchschnittlich 99,985 Prozent entfernt.
- BS-Partikel zu durchschnittlich 99,975 Prozent.
Auffällig war außerdem, wie schnell die Konzentration nach Aktivierung des Systems sank — innerhalb weniger Sekunden. Die Messungen bestätigen außerdem etwas, das viele Nutzer ohnehin vermuten: ABS erzeugt deutlich höhere Emissionen als PLA. Teilweise lagen die Werte um Größenordnungen höher.
Muss jetzt jeder sofort so ein System kaufen?
Nein. Wer gelegentlich mit PLA druckt, einen gut belüfteten Raum hat und keine Mini-Druckfarm betreibt, braucht nicht zwingend eine Filterlösung. Trotzdem ist das Thema sinnvoller, als viele denken. Ähnlich wie bei Sprayarbeiten oder Werkstattstaub gilt auch hier: Dauerhafte Belastung sollte man möglichst vermeiden — vor allem in kleinen Innenräumen.
Schon einfache Maßnahmen helfen:
- Drucker nicht direkt neben dem Arbeitsplatz betreiben
- regelmäßig lüften
- geschlossene Gehäuse nutzen
- Drucker nicht im Schlafzimmer laufen lassen
- bei ABS oder Resin vorsichtiger sein
- mehrere Drucker möglichst separat betreiben
Desktop-Fertigung braucht irgendwann Infrastruktur
Die eigentliche Entwicklung dahinter ist spannend: 3D-Druck bewegt sich langsam weg vom reinen Bastel-Hobby und entwickelt sich zu einer Art Mikro-Fertigungstechnologie für zuhause oder kleine Studios. Und wie jede Fertigungstechnologie bringt auch sie Infrastruktur mit sich: Belüftung, Temperaturkontrolle, Materialhandling — und eben Luftfilterung.
Genau deshalb dürften Themen wie geschlossene Drucksysteme, VOC-Überwachung und professionelle Absaugung in den nächsten Jahren deutlich wichtiger werden. Nicht nur in der Industrie, sondern zunehmend auch im ambitionierten Hobbybereich.
Weitere Informationen und technische Details:
donaldsonbofa.com
Donaldson BOFA location
Donaldson Filtration (GB) Ltd. 19-20 Balena Close, Creekmoor Industrial Estate, Poole, Dorset. BH17 7DU. United Kingdom. Registered Office: Citadel House, 58 High Street, Hull, HU1 1QE. Registered No: 03914641. VAT No: GB 729856971 / IE 9950690I.










